Klimawandel kann ein erhöhtes Risiko für Insektenschäden bedeuten
Verfasst von Henrik Møller Jørgensen, Technischer Leiter bei PROTOX
Höhere Temperaturen und mehr Feuchtigkeit können das Risiko einer erhöhten Aktivität holzzerstörender Insekten wie Nagekäfer und Hausbock erhöhen. Der Klimawandel stellt daher auch neue Anforderungen an professionelle Schädlingsbekämpfer.
Der Klimawandel beeinträchtigt nicht nur die Natur außerhalb von Gebäuden. Höhere Temperaturen, mildere Winter, längere Starkregenperioden und häufigere Feuchtigkeitsschäden können auch die Bedingungen für holzzerstörende Insekten verändern, die im Holzwerk des Gebäudes leben.
Für Schädlingsbekämpfer bedeutet die Entwicklung, dass das Risiko von Befall durch unter anderem Nagekäfer und Hausböcke steigen kann. Das betrifft sowohl die Häufigkeit des Befalls, die Länge der aktiven Periode der Insekten als auch die baulichen Bedingungen, die das Holz als Lebensraum für die Insekten geeignet machen.
Wärme kann die Aktivität von Insekten steigern.
Insekten sind wechselwarm, und ihre Entwicklung wird daher direkt von der Temperatur beeinflusst. Wenn die Temperatur steigt, können Eier schneller schlüpfen und der Stoffwechsel der Larven wird gesteigert, wodurch sich die Zeitspanne für den Flug, die Paarung und die Eiablage verlängern kann.
Für Holzbock sind warme Dachräume und sonnenbeheizte Konstruktionen besonders relevant. Höhere Sommertemperaturen können günstige Bedingungen in Dächern, Dachböden und dunklen Konstruktionen schaffen, in denen die Larven versteckt im Nadelholz leben. Eine längere warme Saison kann gleichzeitig den Zeitraum verlängern, in dem adulte Käfer aktiv sind und sich auf andere Holzteile oder Gebäude ausbreiten können.
Milde Winter können außerdem das Überleben bestimmter Insekten verbessern und es Arten, die früher durch niedrige Temperaturen eingeschränkt waren, erleichtern, sich anzusiedeln.
Niederschlag – ebenfalls Teil des Risikobildes
Temperaturen ist nur der eine Teil des Risikobildes. Mehr Niederschlag, Starkregen und Überschwemmungen können zu einer Durchfeuchtung von Holzwerk z. B. auf dem Dachboden, in Kriechkellern und Kellern führen.
Wenn die Feuchtigkeit nicht entdeckt und getrocknet wird, kann der Holzfeuchtegehalt auf ein Niveau steigen, bei dem der gewöhnliche Nagekäfer bessere Entwicklungsbedingungen erhält. Die Art ist daher oft im Zusammenhang mit Undichtigkeiten, Kondenswasser, unzureichender Belüftung oder Holz zu finden, das nahe an feuchten und kalten Bauteilen liegt.
Selbst kleinere Undichtigkeiten können im Laufe der Zeit lokale Feuchtigkeitsprobleme verursachen, die vom Wohnraum aus nicht sichtbar sind. Ein Befall kann daher ein Anzeichen für ein verstecktes Bauschadenproblem und nicht nur für ein isoliertes Insektenproblem sein.
Starker Regen erhöht auch das Risiko akuter Wasserschäden. Nach einer Überschwemmung oder einem Dachleck kann Holz lange Zeit feucht bleiben, insbesondere in geschlossenen Konstruktionen. Dies führt zwar nicht unbedingt sofort zu einem Insektenbefall, kann das Holz aber in den folgenden Jahren anfälliger machen.
Dichte Gebäude können Feuchtigkeit einschließen
Die energetische Sanierung und Abdichtung von Gebäuden reduziert den Wärmeverlust, kann aber gleichzeitig die Lüftung und den Feuchtigkeitshaushalt verändern. Wenn ein Gebäude ohne ausreichende Belüftung nachträglich isoliert oder abgedichtet wird, kann sich Feuchtigkeit in Decken, Wänden und anderen Konstruktionen ansammeln.
Das kann ein günstiges Milieu sowohl für holzabbauende Pilze als auch für Insekten schaffen. Bei der Klimaanpassung sollte es daher nicht nur darum gehen, den Regen draußen zu halten, sondern auch sicherzustellen, dass eingedrungene Feuchtigkeit wieder trocknen kann.
Prävention wird wichtiger
In Zukunft wird ein schnelles Eingreifen nach Wolkenbrüchen und Überschwemmungen ein zentraler Bestandteil der Prävention von Pilz- und Insektenschäden sein. Holz muss effizient getrocknet und verdeckte Bereiche sollten kontrolliert werden, bevor sich der Feuchtigkeitsschaden zu einem langfristigen Problem entwickelt.
Der beste Schutz vor holzzerstörenden Insekten ist eine Kombination aus Gebäudeinstandhaltung, Feuchtigkeitsregulierung im Gebäude, ausreichender Belüftung und frühzeitiger Inspektion sowie professioneller Sanierung mit vorbeugendem Holzschutz gegen holzzerstörende Insekten.